Fahrerflucht was droht
Fahrerflucht was droht
Mathias Melzig | Rechtsanwalt | Strafrecht | Verkehrsrecht | Berlin | (030) 889 212 23
Mathias Melzig | Rechtsanwalt | Strafrecht | Verkehrsrecht | Berlin | (030) 889 212 23

Fahrerflucht: Welche Strafen und Folgen drohen?

Das Strafgesetzbuch sieht in § 142 StGB für unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (die sogenannte "Fahrerflucht" bzw. "Unfallflucht") eine Strafe in Form von Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe vor. Bei erstmaligem Konflikt mit dem Gesetz droht als Strafe in der Regel eine Geldstrafe von rund einem Monatsgehalt. Verursacht der Unfallflüchtige einen nicht unerheblichen Personenschaden und/oder einen bedeutenden Fremdschaden (in Berlin ab zirka 1.400,00 €) wird das Gericht im Falle einer Verurteilung wegen Fahrerflucht regelmäßig auch die Entziehung der Fahrerlaubnis anordnen.

Gibt es bei Fahrerflucht etwas Besonderes zu beachten?

Ja! Beim Vorwurf der Fahrerflucht besteht, wie bei den Straßenverkehrsstraften der Straßenverkehrsgefährdung oder der Trunkenheit im Verkehr auch, ein besonderes Risiko für die betroffenen Verkehrsteilnehmer: Bereits im Ermittlungsverfahren kann dem Fahrer die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen und der Führerschein beschlagnahmt werden, auch wenn der Vorwurf der Fahrerflucht noch gar nicht bewiesen ist und die Schuld überhaupt nicht feststeht. Deshalb empfiehlt es sich regelmäßig, möglichst frühzeitig einen Rechtsanwalt zu konsultieren.

Und welche Folgen hat Fahrerflucht in der Kfz-Versicherung?

Wer sich dem Verdacht der Unfallflucht ausgesetzt sieht, muss oftmals gleichzeitig befürchten, den Schutz der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkaskoversicherung einzubüßen bzw. den Versicherungsschutz komplett zu verlieren. Bei unerlaubtem Entfernen vom Unfallort wird die Kaskoversicherung eine Regulierung der Schäden am eigenen Pkw regelmäßig ablehnen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung wiederum kann für Zahlungen für Schäden an fremden Pkw usw. Ersatz in Höhe von bis 5.000,00 € fordern.

Fahrerflucht bei Bagatellschaden?

In der täglichen Praxis sind die Strafverfolgungsbehörden in Berlin und bundesweit eher zurückhaltend bei der Annahme eines Bagatellschadens. Regelmäßig wird allenfalls ein Sachschaden bis zu 50,00 € als "Bagatelle" eingestuft. In Zeiten von lackierten Außenspiegeln und Stoßstangen wird dieser Betrag selbst bei einem leichten Parkrempler sehr schnell überschritten, so dass in den allermeisten Fällen ein Weiterfahren, obwohl der Anstoß bemerkt worden ist, den Verdacht der Unfallflucht nach sich zieht. Selbst bei einem bloßen Sachschaden von wenigen hundert Euro ("Blechschaden") können dann eine empfindliche Strafe und ein Fahrverbot wegen Fahrerflucht von bis zu drei Monaten drohen.

Verdacht der Fahrerflucht. Ich habe von der Polizei eine Fahrerermittlung / Zeugenanhörung erhalten, was soll ich tun?

Aufgrund des besonderen Risikos eines vorläufigen Fahrerlaubnisentzugs beim Verdacht der Unfallflucht, empfiehlt es sich möglichst vor (!) dem ersten Kontakt mit der Polizei oder der Versicherung einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem im Verkehrsrecht tätigen Anwalt kann Ihnen helfen, Ihre Interessen zu sichern und die Chancen auf eine erfolgreiche Abwehr des Vorwurfs der Fahrerflucht zu wahren.

Erkenne ich bereits aus der Fahrerermittlung oder Zeugenanhörung, ob der Vorwurf der Fahrerflucht berechtigt ist?

In der Regel ergibt sich erst aus den Akten der Amtsanwaltschaft / Staatsanwaltschaft der Sachverhalt, der die Behörden dazu veranlasst hat, Ermittlungen wegen des Verdachts der Fahrerflucht aufzunehmen. Die Akteneinsicht übernimmt der Rechtsanwalt für Sie. Nach Erhalt der Ermittlungsakten werden Mandant und Anwalt das gemeinsame Vorgehen beratschlagen und die weitere Verteidigungsstrategie zur Abwehr des Vorwurfs der Unfallflucht erörtern, um eine Strafe zu vermeiden.

Muss ich die Fahrerermittlung bzw. Zeugenanhörung der Polizei nicht beantworten?

Hierzu wird Ihnen der Rechtsanwalt im Beratungsgespräch eine Empfehlung geben, wie Sie sich beim Verdacht der Fahrerflucht im konkreten Fall richtig verhalten. In der Praxis wird regelmäßig der beauftragte Anwalt die weitere Korrespondenz mit Polizei und Staatsanwaltschaft übernehmen.

Ich habe eine Vorladung der Polizei wegen des Verdachts der Fahrerflucht erhalten, wie lautet Ihr Rat für mich?

Kontaktieren Sie bitte den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

 

Nochmals der Hinweis: Bevor Sie sich gegenüber der Polizei zum Vorwurf der Fahrerflucht äußern, rufen Sie sich bitte in Erinnerung, dass bei Unfallflucht die (vorläufige) Entziehung der Fahrerlaubnis drohen kann.

Anwaltsuche bei Fahrerflucht: Haben Sie einen Tipp?

Oftmals bieten persönliche Erfahrungen oder Empfehlungen von Verwandten bzw. aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis gute Hilfestellung bei der Suche nach einem Rechtsanwalt und Verteidiger.

Unn wenn mir meine Rechtsschutzversicherung bereits eine Rechtsanwaltskanzlei benannt hat?

Der Vorschlag der Rechtsschutzversicherung ist lediglich eine unverbindliche Empfehlung. Es gilt die freie Anwaltswahl und dies ist für die Rechtsschutzversicherer im Gesetz verbindlich festgelegt. So können Sie auch beim Vorwurf der Fahrerflucht den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beauftragen. Die gesetzlichen Rechtsanwaltsgebühren des von Ihnen beauftragten Anwalts und die sonstigen Verfahrenskosten werden dann von der Rechtsschutzversicherung übernommen.

Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung immer die Kosten bei Verdacht der Fahrerflucht?

Unabhängig davon, welchen Rechtsanwalt Sie beauftragen, sehen die meisten Standard-Verträge der Rechtsschutzversicherer beim Vorwurf der Fahrerflucht bzw. Unfallflucht eine Übernahme der Anwaltsvergütung und sonstigen Verfahrenskosten unter Vorbehalt vor. Das bedeutet, die Rechtsschutzversicherung ist aus dem Versicherungsvertrag verpflichtet, Sie zunächst vollumfänglich von sämtlichen Kosten frei zu stellen. Wird das Verfahren wegen Fahrerflucht von der Amtsanwaltschaft oder dem Amtsgericht eingestellt, bleibt der Versicherungsschutz der Standard-Verträge erhalten und die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten des Verfahrens.

 

Anders im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Fahrerflucht bzw. Unfallflucht: Hier kann die Rechtsschutzversicherung bereits erbrachte Versicherungsleistungen zurückfordern. Wenn Sie Fragen hierzu haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Versicherungsvertreter, um dort den Umfang Ihres Rechtsschutzversicherungsvertrags prüfen und den Versicherungsvertrag bei Bedarf anpassen zu lassen, soweit dies möglich ist.

Mathias Melzig ist Rechtsanwalt in Berlin und Mitautor des anwaltlichen Fachbuchs "Verkehrsrecht auf einen Blick". Er hat sich auf die Vertretung in Bußgeldsachen (Ordnungswidrigkeiten) und Verkehrsstrafsachen spezialisiert.

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