Unfall mit Fahrerflucht
Unfall mit Fahrerflucht
Mathias Melzig | Rechtsanwalt | Fachanwalt für Verkehrsrecht | Weiterer Schwerpunkt: Strafrecht Hilfe bei Fahrerflucht, fahrlässiger Körperverletzung, Bußgeld, Punkten und Fahrverbot | (030) 889 21 22 3 | kanzlei@melzig.info
Mathias Melzig | Rechtsanwalt | Fachanwalt für Verkehrsrecht | Weiterer Schwerpunkt: StrafrechtHilfe bei Fahrerflucht, fahrlässiger Körperverletzung, Bußgeld, Punkten und Fahrverbot | (030) 889 21 22 3 | kanzlei@melzig.info 

Fahrerflucht

Welche Strafe droht bei Fahrerflucht?

Für Fahrerflucht sieht das Strafgesetzbuch in § 142 StGB für unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (die sogenannte "Fahrerflucht" bzw. "Unfallflucht") eine Strafe in Form von Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe vor. Bei erstmaligem Konflikt mit dem Gesetz droht beim Vorwurf der Fahrerflucht als Strafe in der Regel eine Geldstrafe von rund einem Monatsgehalt. Verursacht der Unfallflüchtige einen nicht unerheblichen Personenschaden und/oder einen bedeutenden Fremdschaden (in Berlin ab zirka 1.400,00 €), wird das Gericht im Falle einer Verurteilung wegen Fahrerflucht regelmäßig auch die Entziehung der Fahrerlaubnis anordnen. Im Falle einer nachgewiesenen Fahrerflucht beträgt die Sperre für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis dann regelmäßig zwischen 6 und 12 Monaten. Tritt zusätzlich zum Vorwurf der Fahrerflucht ein weiteres Verkehrsdelikt hinzu, z.B. Gefährdung des Straßenverkehrs, kann die Sperrfrist auch länger sein.

Rechtsanwalt Mathias Melzig

Fachanwalt für Verkehrsrecht

Schwerpunkt: Verkehrsstrafsachen (Fahrerflucht, fahrlässige Körperverletzung u.a.)

 

Kanzleisitz für persönliche Besprechungstermine

Hortensienstraße 29

12203 Berlin

 

Gibt es bei Fahrerflucht etwas Besonderes zu beachten?

Ja! Beim Vorwurf der Fahrerflucht besteht, wie bei den Straßenverkehrsstraften der Straßenverkehrsgefährdung oder der Trunkenheit im Verkehr auch, ein besonderes Risiko für die betroffenen Verkehrsteilnehmer: Bereits im Ermittlungsverfahren kann dem Fahrer die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen und der Führerschein beschlagnahmt werden, auch wenn der Vorwurf der Fahrerflucht noch gar nicht bewiesen ist und die Schuld überhaupt nicht feststeht. Deshalb empfiehlt es sich bei einer Anzeige wegen Fahrerflucht regelmäßig, möglichst frühzeitig einen Rechtsanwalt zu konsultieren.

Und welche Folgen hat Fahrerflucht in der Kfz-Versicherung?

Wer sich dem Verdacht der Fahrerflucht ausgesetzt sieht, muss oftmals gleichzeitig befürchten, den Schutz der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkaskoversicherung einzubüßen bzw. den Versicherungsschutz komplett zu verlieren. Bei unerlaubtem Entfernen vom Unfallort wird die Kaskoversicherung eine Regulierung der Schäden am eigenen Pkw regelmäßig ablehnen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung wiederum kann beim Vorwurf der Fahrerflucht für Zahlungen für Schäden an fremden Pkw usw. Ersatz in Höhe von bis 5.000,00 € fordern.

Fahrerflucht bei Kratzer und Bagatellschaden?

Fahrerflucht bei bloßem Lackkratzer? Das ist wahrscheinlich die am häufigsten anzutreffende Fallkonstellation. In der täglichen Praxis sind die Strafverfolgungsbehörden in Berlin und bundesweit eher zurückhaltend bei der Annahme eines Bagatellschadens. Regelmäßig wird allenfalls ein Sachschaden bis zu 50,00 € als "Bagatelle" eingestuft - dann scheidet eine Strafbarkeit wegen Fahrerflucht aus. In Zeiten von lackierten Außenspiegeln und Stoßstangen wird dieser Betrag aber selbst bei einem leichten Parkrempler bzw. einem einfachen Kratzer sehr schnell überschritten, so dass in den allermeisten Fällen ein Weiterfahren, obwohl der Anstoß bemerkt worden ist, den Verdacht der Fahrerflucht nach sich zieht. Selbst bei einem einfachen Lackkratzer, also einem bloßen Sachschaden von wenigen hundert Euro ("Blechschaden") können dann eine empfindliche Strafe und ein Fahrverbot wegen Fahrerflucht von bis zu drei Monaten drohen. Wird sogar die Schwelle zum bedeutenden Fremdschaden (ca. 1.400,00 EUR) überschritten, weil beispielsweise der komplette Stoßfänger getautscht werden muss, droht bei Fahrerflucht sogar die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Verdacht der Fahrerflucht. Ich habe von der Polizei eine Vorladung oder eine Fahrerermittlung / Zeugenanhörung erhalten, was soll ich tun?

Aufgrund des besonderen Risikos eines vorläufigen Fahrerlaubnisentzugs beim Verdacht der Fahrerflucht, empfiehlt es sich möglichst vor (!) dem ersten Kontakt mit der Polizei oder der Versicherung einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem im Verkehrsrecht tätigen Anwalt (Fachanwalt für Verkehrsrecht) kann Ihnen helfen, Ihre Interessen zu sichern und die Chancen auf eine erfolgreiche Abwehr des Vorwurfs der Fahrerflucht zu wahren.

Erkenne ich bereits aus der Fahrerermittlung oder Zeugenanhörung, ob der Vorwurf der Fahrerflucht berechtigt ist?

In der Regel ergibt sich erst aus den Akten der Amtsanwaltschaft / Staatsanwaltschaft der Sachverhalt, der die Behörden dazu veranlasst hat, Ermittlungen wegen des Verdachts der Fahrerflucht aufzunehmen. Die Akteneinsicht übernimmt der Rechtsanwalt für Sie. Nach Erhalt der Ermittlungsakten werden Mandant und Anwalt das gemeinsame Vorgehen beratschlagen und die weitere Verteidigungsstrategie zur Abwehr des Vorwurfs der Fahrerflucht erörtern, um eine Strafe zu vermeiden.

Muss ich die Fahrerermittlung bzw. Zeugenanhörung der Polizei nicht beantworten?

Hierzu wird Ihnen der Rechtsanwalt im Beratungsgespräch eine Empfehlung geben, wie Sie sich beim Verdacht der Fahrerflucht im konkreten Fall richtig verhalten. In der Praxis wird regelmäßig der beauftragte Anwalt die weitere Korrespondenz mit Polizei und Staatsanwaltschaft übernehmen. Beim Vorwurf der Fahrerflucht werden erfahruungsgemäß gerade im frühen Verfahrensstadium die wichtigen Weichen gestellt. Bei einer Anzeige wegen Fahrerflucht lauert hier so manche Klippe für den betroffenen Verkehrsteilnehmer.

Ich habe eine Vorladung der Polizei wegen des Verdachts der Fahrerflucht erhalten, wie lautet Ihr Rat für mich?

 Kontaktieren Sie bitte den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

 

Nochmals der Hinweis: Bevor Sie sich gegenüber der Polizei zum Vorwurf der Fahrerflucht äußern, rufen Sie sich bitte in Erinnerung, dass bei Unfallflucht die (vorläufige) Entziehung der Fahrerlaubnis drohen kann. Eine Anzeige wegen Fahrerflucht kann vor allem für Berufskraftfahrer einschneidende Konseqeunzen nach sich ziehen.

Anwalt-Suche bei Fahrerflucht: Haben Sie einen Tipp?

Oftmals bieten persönliche Erfahrungen oder Empfehlungen von Verwandten bzw. aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis gute Hilfestellung bei der Suche nach einem Rechtsanwalt und Verteidiger.

Und wenn mir meine Rechtsschutzversicherung bereits einen Anwalt benannt hat?

Der Vorschlag der Rechtsschutzversicherung ist lediglich eine unverbindliche Empfehlung. Es gilt die freie Anwaltswahl und dies ist für die Rechtsschutzversicherer im Gesetz verbindlich festgelegt. So können Sie auch beim Vorwurf der Fahrerflucht den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beauftragen. Die gesetzlichen Rechtsanwaltsgebühren des von Ihnen beauftragten Anwalts und die sonstigen Verfahrenskosten beim Vorwurf der Fahrerflucht werden dann von der Rechtsschutzversicherung übernommen.

Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung immer die Kosten bei Verdacht der Fahrerflucht?

Unabhängig davon, welchen Anwalt bzw. Rechtsanwalt Sie beauftragen, sehen die meisten Standard-Verträge der Rechtsschutzversicherer beim Vorwurf der Fahrerflucht / Unfallflucht eine Übernahme der Anwaltsvergütung und sonstigen Verfahrenskosten unter Vorbehalt vor. Das bedeutet, die Rechtsschutzversicherung ist aus dem Versicherungsvertrag verpflichtet, Sie zunächst vollumfänglich von sämtlichen Kosten frei zu stellen. Wird das Verfahren wegen Fahrerflucht von der Amtsanwaltschaft oder dem Amtsgericht eingestellt, bleibt der Versicherungsschutz der Standard-Verträge erhalten und die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten des Verfahrens.

 

Anders im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Fahrerflucht bzw. Unfallflucht: Hier kann die Rechtsschutzversicherung bereits erbrachte Versicherungsleistungen zurückfordern. Wenn Sie Fragen hierzu haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Versicherungsvertreter, um dort den Umfang Ihres Rechtsschutzversicherungsvertrags prüfen und den Versicherungsvertrag bei Bedarf anpassen zu lassen, soweit dies möglich ist.

Fahrerflucht und die "Ausparkmasche"

Sich nach einem Unfall in Abwesenheit des anderen Beteiligten immer richtig zu verhalten, ist ein Punkt, der beim Thema Fahrerflucht bzw. Unfallflucht besondere Bedeutung hat. Auf der anderen Seite nutzen Betrüger die angespannte Parksituation in Großstädten wie Berlin die Ermittlungsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft aus, um unbeteiligte Autofahrer zu prellen. Redliche Autobesitzer werden von (nur) scheinbar Geschädigten wegen Fahrerflucht angezeigt, um mit Hilfe des staatlichen Ermittlungsdrucks schnelles Geld auf Kosten der Betroffenen bzw. deren Kfz-Versicherungen zu machen.

 

Wie der Trick mit der Fahrerflucht funktioniert, hatte das Magazin "Focus" bereits in seinem Heft 23/2008 beschrieben; "Der Täter parkt ein schon angeschrammtes Auto und wartet, bis ein anderer bereits verkratzter Wagen neben ihm ein oder ausrangiert. Diesen Fahrer beschuldigt er dann, er habe seinen Wagen beschädigt. Die Ganoven nutzen aus, dass es häufig nicht ganz einfach ist nachzuweisen, welches Auto tatsächlich eine Schramme verursacht hat", ist dort zu lesen.

 

Paradoxerweise können die Betrüger dabei gerade auf das staatliche Ermittlungssystem bauen. Denn Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt und wird von Polizei und Staatsanwaltschaft, nicht nur in Berlin sondern bundesweit, oftmals rigoros zur Anzeige gebracht und verfolgt. Die zu Unrecht angezeigten Autofahrer geraten dann häufig in die Defensive und in Erklärungsnot, weil nicht selten ein Abstreiten der Fahrerflucht von den Behörden - zumindest im Stadium des Ermittlungsverfahrens - als Schutzbehauptung gewertet wird. Übersteigt der (vermeintliche) Schaden dann noch den Betrag von 1.300 Euro, droht auch dem redlichen Autofahrer wegen des Verdachts der Fahrerflucht die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis. Selbst kleine Parkrempler und Unfälle mit reinen Blechschäden können so gravierende Strafen und Folgen nachsichziehen. Strafe wegen Fahrerflucht droht also auch bei Unfällen ohne Personenschaden, wenn also ein reiner Sachschaden bzw. ein vermeintlicher Bagatellschaden gegeben ist.

 

Deshalb sind betroffene Verkehrsteilnehmer gut beraten, sich möglichst vor dem ersten (schriftlichen oder telefonischen) Kontakt mit Polizei und Staatsanwaltschaft mit einem Rechtsanwalt ihres Vertrauens zu beratschlagen, um sich nicht dem Risiko der vorläufigen Faherlaubnisentziehung wegen des Vorwurfs der "Fahrerflucht" bzw. "Unfallflucht" auszusetzen.

Wie kann ein Rechtsanwalt beim Vorwurf der Fahrerflucht helfen?

Beim Vorwurf der Fahrerflucht ist es oftmals zweckmäßig, wenn ein Rechtsanwalt die Korrespondenz mit der Polizei übernimmt und die Verhandlungen mit Staatsanwaltschaft und Gericht führt. Besonders bedeutsam ist eine frühzeitige Beratung bei einer polizeilichen Vorladung, Fahrerermittlung oder Zeugenanhörung wegen des Verdachts auf unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, um eine Strafe zu vermeiden.

 

Mein Tipp: Bewahren Sie im Falle einer (telefonischen) Anfrage von Polizei oder Kfz-Versicherung wegen Fahrerflucht "kühlen Kopf" und erbitten Sie sich Bedenkzeit. Holen Sie sich, wenn nötig, anwaltlichen Rat ein, bevor Sie Angaben zum mutmaßlichen Vorwurf der Unfallflucht machen.

 

Erfahrungsgemäß gilt diese Empfehlung gerade auch dann, wenn Sie meinen, sich nichts zu Schulden kommen zu lassen haben!

 

Indes wird in der Praxis eine polizeiliche Anhörung wegen Verdacht der Fahrerflucht nicht selten unterschätzt. Vorschnelle Angaben können weitreichende Folgen haben, wie insbesondere die Möglichkeit der Justiz, die Fahrerlaubnis der betroffenen Verkehrsteilnehmer (vorläufig) zu entziehen, anschaulich beweist.

 

Nur der Rechtsanwalt erhält die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft zur Akteneinsicht. Er wird die von der Polizei zusammengetragenen Beweise auf ihre Beweiskraft und Verwertbarkeit prüfen. Anhand der Akten erstellt der Anwalt dann zusammen mit dem Mandanten eine individuelle Verteidigungsstrategie zur Abwehr des erhobenen Tatverdachts der Fahrerflucht. Ziel ist die möglichst frühzeitige Einstellung des Ermittlungsverfahrens.

 

Im Falle eines vorläufigen Fahrerlaubnisentzugs wegen des Vorwurfs der Fahrerflucht wird der anwaltliche Vertreter auf eine zügige Herausgabe des Führerscheins und damit die Wiedererlangung der Fahrberechtigung hinwirken. Ist ein Strafbefehl oder eine Anklage wegen Fahrerflucht ergangen, vertritt der Rechtsanwalt die Interessen seines Mandanten auch in der gerichtlichen Hauptverhandlung und im Berufungsverfahren oder der Revision.

 

Bedeutung erlangt der Vorwurf der Fahrerflucht auch für den Versicherungsschutz in der Kfz-Haftpflicht oder Kasko-Versicherung. Durch anwaltliche Hilfe lassen sich hier Höherstufung oder Versicherungsregress häufig vermeiden oder jedenfalls abmildern.

Phänomen Fahrerflucht (= unerlaubtes Entfernen vom Unfallort)

Fälle von Fahrerflucht in Berlin ereignen sich nicht nur in der Bundeshauptstadt mehrmals täglich. Dabei ist der umgangssprachlich oft verwendete Begriff Fahrerflucht im Strafgesetzbuch gar nicht zu finden. Vielmehr ist in § 142 StGB das unerlaubte Entfernen vom Unfallort unter Strafe gestellt. Ungeachtet dieser juristischen Feinheiten ist Fahrerflucht kein Kavaliersdelikt und wird von der Polizei nicht nur in Berlin konsequent verfolgt.

Folgen bei Fahrerflucht

Und die rechtlichen Konsequenzen einer nachgewiesenen Fahrerflucht haben es durchaus in sich: Im Falle einer Verurteilung wegen Fahrerflucht droht insbesondere auch die Entziehung der Fahrerlaubnis. Dabei kann die Staatsanwaltschaft Berlin bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen schon im Ermittlungsverfahren, das heißt bereits vor einem richterlichen Schuldspruch, die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis des betroffenen Verkehrsteilnehmers beim Amtsgericht Tiergarten (= zentrales Strafgericht und Verkehrsgericht in Berlin und deshalb auch zuständig bei Fällen von Fahrerflucht) beantragen. Gerade für Berufsfahrer oder Berufspendler aus Brandenburg nach Berlin (bzw. von Berlin nach Brandenburg) kann diese Rechtsfolge mit erheblichen Folgen verbunden sein.

 

In der Regel wird die Fahrerlaubnis in Berlin entzogen und der Führerschein wegen Fahrerflucht eingezogen, wenn der Unfall einen Schaden von über 1.300,00 Euro zur Folge hat. Die Sperrfrist für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kann dann je nach Gerichtsbezirk in Berlin, Brandenburg und bundesweit zwischen 6 und 12 Monaten betragen.

 

Tipp 1 zur Fahrerflucht

Insoweit empfiehlt es sich für Betroffene in Berlin und Brandenburg, die sich dem Vorwurf der Fahrerflucht ausgesetzt sehen, möglichst frühzeitig – bestenfalls vor dem ersten Kontakt mit Polizei oder Staatsanwaltschaft – einen Rechtsanwalt (Fachanwalt für Verkehrsrecht) in Berlin oder Brandenburg zu Rate zu ziehen. Spätestens dann, wenn ein Beschuldigter gegenüber der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht aussagen soll, ist in der Regel die Unterstützung durch einen Rechtsanwalt in Berlin oder Brandenburg geboten.

Fahrerflucht in Berlin

Statistisch gesehen sollen jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen in Berlin und deutschlandweit Opfer einer Fahrerflucht werden. Auch in Berlin und Brandenburg nimmt die sogenannte Fahrerflucht einen Spitzenplatz in der Kriminalitätsstatistik ein. Bereits kleinste Kratzer im Fahrzeuglack können ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrerflucht nach sich ziehen. Wer ab einem Fremdschaden von rund 50,00 Euro nicht stehen bleibt, sondern weiterfährt, macht sich strafrechtlich wegen Fahrerflucht verantwortlich.

 

Im Hinblick auf den dichten Verkehr und die enge Parkplatzsituation in den deutschen Großstädten, so auch in Ost-Berlin und West-Berlin, mutet das Phänomen Fahrerflucht als typische Begleiterscheinung des Großstadtverkehrs an. Allein in Berlin sind mehr als 1 Million Kraftfahrzeuge zugelassen. Kleinere Zusammenstöße vor allem beim Einparken oder Ausparken bleiben nicht aus. Oftmals verhalten sich die Unfallbeteiligten gesetzeskonform und tauschen am Unfallort die persönlichen Daten aus. Fälle von Fahrerflucht bleiben insoweit glücklicherweise die Ausnahme.

 

Doch einige Verkehrsteilnehmer fahren nach dem Unfall einfach weiter und setzen sich so dem Verdacht der Fahrerflucht aus. Allerdings ist es dabei gar nicht so selten, dass der Fahrerflüchtige einen kleineren Unfall überhaupt nicht bemerkt hat. Eine Strafbarkeit wegen Fahrerflucht scheidet dann aus. Nicht selten verkehrt sich die Beweislast nach einer Anzeige wegen Fahrerflucht rein faktisch um (entgegen der auch beim Vorwurf der Fahrerflucht eigentlich geltenden Unschuldsvermutung) und betroffene Verkehrsteilnehmer geraten in eine Rechtfertigungssituation. Aussage der betroffenen Verkehrsteilnehmer (z.B. "Ich habe nichts bemerkt"), die sich dem Verdacht der Fahrerflucht ausgesetzt sehen, werden oftmals vorschnell von den Behörden als Schutzbehauptung abgetan.

 

Bei über 1 Million zugelassener Fahrzeuge allein in Berlin überrascht es nicht, dass das Berliner Verkehrsgericht, das Amtsgericht Tiergarten, nahezu täglich über Fälle von Fahrerflucht verhandelt, die sich auf den Straßen von West-Berlin oder Ost-Berlin ereignet haben sollen. Den rund 35 Richter kommt dann die bedeutende Aufgabe zu, den Sachverhalt hinsichtlich des Vorwurfs der Fahrerflucht weiter aufzuklären und den Tatvorwurf der Fahrerflucht gegebenenfalls durch Eintritt in die Beweisaufnahme (z.B. Zeugen oder Sachverständigengutachten) zu prüfen und zu entscheiden.

Fahrerflucht bei Kratzer im Farzeuglack - "Ich habe nichts bemerkt"

Auch kleine Kratzer im Fahrzeuglack, die beispielsweise durch das Ausparken oder das Aufschlagen der Fahrzeugtür beim Ein- oder Aussteigen verursacht werden, erfüllen das Merkmal eines Unfalls im Sinne der Strafnorm des § 142 StGB (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort). Für die Verurteilung wegen Fahrerflucht muss ein Gericht in Berlin oder Brandenburg jedoch nachweisen können, dass ein Schaden tatsächlich entstanden ist und dass dies durch den Unfallbeteiligten auch bemerkt worden ist. Dabei kommt es aber für eine Strafbarkeit wegen Fahrerflucht aber nicht darauf an, wer den Unfall schuldhaft verursacht hat. Es genügt für eine Strafbarkeit wegen Fahrerflucht nach § 142 StGB ganz allgemein die konkreten Tatsachen fußende Möglichkeit, am Unfall beteiligt gewesen zu sein. Ein tatsächlicher Zusammenstoß wird für den Vorwurf der Fahrerflucht nicht vorausgesetzt.

Tipp 2 zur Fahrerflucht

Aber was tun, wenn am Unfallort niemand anwesend ist, der bereit ist, die nötigen Feststellungen zu treffen? Dann muss der Unfallbeteiligte eine angemessene Zeit warten. Einen konkreten Zeitraum sieht aber der Gesetzeswortlaut in § 142 StGB für die Eunstufung als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort nicht vor, sondern bestimmt sich nach den Umständen des Einzelfalls (Kontrollfrage: Innerhalb welches Zeitraums ist mit dem Eintreffen einer feststellungsbereiten Person zu rechnen?). Erst nach einer angemessenen Wartezeit darf man sich vom Ort des Unfalls entfernen, um sich nicht wegen Fahrerflucht strafbar zu machen. Die Feststellungen müssen dann jedoch unverzüglich ("ohne schuldhaftes Zögern") nachträglich ermöglicht werden. In der Regel wird diese Pflicht dadurch erfüllt, dass man sich an die nächstgelegene Polizeidienststelle in Berlin oder Brandenburg wendet.

 

Aber nicht jede nachträgliche Unfallmeldung bei der Polizei führt zur Straffreiheit, kann sich jedoch auf die Strafzumessung positiv auswirken, soweit tatsächlich eine Verurteilung wegen Fahrerflucht erfolgt. Da der Vorwurf der Fahrerflucht immer auch fahrerlaubnis- und führerscheinrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, empfiehlt sich vor einer Kontaktaufnahme mit der Polizei oftmals, den Rat einen Verkehrsanwalts einzuholen.

Mathias Melzig ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht in Berlin - Steglitz und Mitautor des anwaltlichen Fachbuchs "Verkehrsrecht auf einen Blick". Er hat sich auf die Vertretung in Bußgeldsachen (Ordnungswidrigkeiten) und Verkehrsstrafsachen - wie z.B. Fahrerflucht - spezialisiert. Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort (die sogenannte Fahrerflucht) ist in § 142 Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt und zählt zu den am häufigsten angezeigten Delikte im Bereich des Straßenverkehrsstrafrechts.

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